In der Serie intertidal ecographies zeigt sich dieses Prinzip des Spürens: Die Gezeitenzone – weder ganz Land noch ganz Meer – wird zum Ort, an dem das Binäre sich auflöst. Hier beginnt ein anderes Wissen: ein verkörpertes, relationales, tastendes Wissen. Es ist dieses Zwischen, das Chili Seitz interessiert – nicht als Unschärfe, sondern als eigentlicher Ort von Erkenntnis. In der Versuchsanordnung, der strengen Hängung nach Datum sortiert, wird die Arbeit HYDROGRAPHIC ARCHIVE zu genau diesem: einem Archiv. Ihre Ordnung ist kartografisch, als auch hydrographisch – sie orientiert sich an Wasserwegen, an Durchlässigkeiten, an Relationen.